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Die Queich bekommt Besuch in ihrem Bett: Zwischen Waffen- und Marktstraße haben die Vorbereitungen für einen Neubau der VR Bank Südpfalz begonnen. Künftig werden zwei Konferenzräume über dem Wasser schweben.

Quelle: Ausgabe "Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt - Nr. 255" vom Dienstag, den 3. November 2015

Bauarbeiter in hohen Watstiefeln stapfen an der Waffenstraße in der Queich herum. Parallel zu beiden Ufermauern haben sie Vliese ausgebreitet und Schotter darüber verteilt. Darauf hat ein großer Autokran Betonblöcke abgesetzt. Wie der Vorstandsvorsitzende der VR Bank Südpfalz, Christoph Ochs, berichtet, werden darauf eine Arbeitsplattform auf Straßenniveau und ein Gerüst aufgebaut – alles Vorarbeiten für den nächste Woche beginnenden Abriss von drei Gebäuden zwischen Queich und Nussbaumgasse. Im wesentlichen betrifft dies das ehemalige Möbelhaus Rupprath an der Marktstraße und ein altes Feuerwehrgebäude an der Waffenstraße sowie ein zwischen beiden stehendes, baufälliges Gebäude. Wie berichtet (Ausgabe vom 4. März), entsteht an deren Stelle ein Neubau für Abteilungen ohne Kundenverkehr, die bisher auf mehrere Standorte verteilt sind.

Vom Gerüst aus werden die Altbauten vorsichtig abgetragen. Sie sind im Inneren bereits weitgehend entkernt worden. „Das ist keine einfache Baustelle“, sagt Ochs, denn es gilt nicht nur auf die Queich Rücksicht zu nehmen, sondern auch auf das Eckgebäude Waffenstraße/Nussbaumgasse, das stehenbleibt. Außerdem ist der Platz in der Altstadt knapp – eine logistische Herausforderung beim Neubau des Bankgebäudes.
Das wird drei Stockwerke und ein Mansarddach haben, außerdem eine Tiefgarage, die aus Platzgründen nicht über eine Einfahrt, sondern über einen Autoaufzug von der Nussbaumgasse aus erreichbar sein wird. Der Entwurf stammt von der Werkgemeinschaft Landau, die sich dabei an der Gestaltungssatzung für die Altstadt orientieren musste. Unter anderem sind eine Sandsteinverkleidung der Fassade und hohe, schmale Fensteröffnungen vorgesehen, wie sie im historischen Umfeld vorherrschen. Die denkmalgeschützte Ufermauer der Queich, ein Überbleibsel aus Festungstagen, bleibt erhalten. Laut Stadtverwaltung muss die Baugrube zwar mit Umsicht ausgehoben werden, da aber der Eingriff in den Untergrund nicht allzu tief reiche, rechne die Bodendenkmalpflege nicht mit Funden.

Noch hat die Bank erst eine positiv beschiedene Bauvoranfrage, aber keine Baugenehmigung. An Details der Gestaltung könne sich daher noch etwas ändern, sagt Ochs. Derzeit läuft die Ausschreibung für die Suche nach einem Generalunternehmen, das den Neubau errichten soll. Daher sei auch die Kostenfrage noch nicht abschließend geklärt, informiert Ochs. Im Frühjahr hatte er rund zehn Millionen Euro als „Hausnummer“ genannt.

Im zweiten Stock wird der Neubau über einen „Skywalk“ mit dem Stammhaus der Bank verbunden. Der ist zwar nicht ganz so spektakulär wie der gleichnamige Aussichtspunkt im Grand-Canyon-Nationalpark, dürfte aber auch einen schönen Blick bieten. Es handelt sich um einen verglasten Verbindungsgang, unter dessen Boden auch Datenleitungen zwischen den Häusern verlegt werden. Allein das werde, so Ochs, der Bank jährliche Einsparungen von 250.000 Euro bescheren. Die Brücke ermöglicht kurze Wege beispielsweise von den Firmenkundenberatern im Haupthaus zu ihren Kollegen von der Kreditabteilung im Neubau. Noch spektakulärer werden zwei Glaskästen, die aus der Nordwand des Neubaus über die Queich ragen: zwei Konferenzräume, von denen der größere bis zu 120 Sitzplätze aufnehmen kann. Im Dezember 2016 soll der Neubau fertig sein, spätestens bis Mitte 2017 soll er bezogen werden. (boe) Auf den Betonblöcken in der Queich (Bild links) wird eine Arbeitsplattform für den Abriss der Altbauten am südlichen Queichufer errichtet. So soll der Neubau aussehen: Blick von der Waffengasse aus (oben) und Ansicht aus der Stadtmühlgasse, wie beim großen Foto.