Begeistert äußerte sich Designer Michael Michalsky über die Immobilie null 41, in der er die Gestaltung der Vinothek der Südpfalz-Winzer übernommen hat. Sein gestriges Ziel: „Alles ergründen, viel Wein trinken, und dann in Ruhe Gedanken machen.“

(Quelle: Rheinpfalz vom 11. Juni 2013)

 

„Es wirkt wie eine kleine Kathedrale“, kleidete Michalsky seine ersten Eindrücke von dem langgestreckten Raum im Gebäude null41 in Worte. Dieses Wechselspiel aus Sandstein- und Stahlsäulen hat es ihm angetan.

Herzlich Willkommen an der Südlichen Weinstraße, Michael Michalsky!!! Gerade besichtigt er mit (v.l.n.r.) Uta Holz, Peter Sebastian, Landrätin Theresia Riedmaier, Theo Kautzmann und Christoph Ochs die Vinothek Südliche Weinstraße, die er künftig gestalten wird.

Hausherr und Architekt Peter Sebastian hatte seinem Gast zuvor die planerischen Details der Immobilie anhand der Skizzen erläutert und so vor allem auch die Rahmenbedingungen seiner Arbeit erklärt. Aufmerksam und interessiert lauschte Michalsky den Ausführungen. „Es soll alles zusammenpassen“, war er sich mit dem Planer einig. So ungewöhnlich die Vinothek auch sein soll, sie darf kein Fremdkörper in diesem „Konzert“ aus Büroräumen, Vinothek und Gastronomie sein. Der Berliner Designer, der nicht alleine in der Modebranche einen klangvollen Namen hat, sondern auch als Innenarchitekt arbeitet und an der Spree rund 30 Mitarbeiter beschäftigt, hatte sich spontan bereiterklärt, die Vinothek in Landau bis zum Beginn der Landesgartenschau zu gestalten (wir berichteten). Rund 500.000 Euro hat dafür die Vinothek-Gesellschaft bereitgestellt, an der neben 55 südpfälzischen Winzerbetrieben die Stadt Landau und der Landkreis Südliche Weinstraße ebenso die VR Bank Südpfalz beteiligt ist. Deren Vorstandssprecher Christoph Ochs verspricht sich viel von diesem Engagement Michalskys und der damit verbundenen Außenwirkung.


Was ihn dazu bewogen hat, von der Bundeshauptstadt mit all seiner Kreativität jetzt in die Provinz zu gehen? „Ich habe noch nie eine Vinothek gestaltet. Alles, was neu ist, reizt mich. Und ich trinke gerne Wein, manchmal auch zu viel“, gestand Michalsky. Dann augenzwinkernd. „Wenn eine Brauerei gekommen wäre, weiß ich nicht, ob ich auch Ja gesagt hätte.“ Solche Geständnisse lassen südpfälzische Herzen höher schlagen und eine Landrätin amüsiert lächeln.


Viel hatte sich der Tross gestern vorgenommen. Galt es doch, den Gast aus Berlin ein wenig mit allem, was mit Wein zu tun hat, vertraut zu machen. Zum ersten Mal besuchte er die Südpfalz und hatte dann auch ausgiebig Gelegenheit, Kostproben aus den Kellern der Südlichen Weinstraße zu genießen. Er tat es mit Freude und konnte gar nicht genug von all den Informationen aufsaugen, mit denen er konfrontiert wurde. Nicht nur im Weingut Werner Anselmann, das indirekt den Kontakt zu Michalsky vermittelt hatte. Gastfreundliche Adressen waren auch die Weingüter Diehl in Edesheim, Faubel in Maikammer oder Albert Valentin Schneider in Sankt Martin. Was die „junge Südpfalz“ so drauf hat, das erlebte Michalsky dann im Weingut Meyer in Rhodt. Mit Rebholz war schließlich ein besonders hochkarätiges Traditionshaus in Siebeldingen auf der Reiseroute markiert, im Nachbarort präsentierte sich das Weingut Gies-Düppel, bevor am Abend die Schnuppertour in die Vinothek des Weinhauses Meßmer in Burrweiler führte, wo der Weinbeirat wartete. Und weil Michalsky auch wissen soll, wer künftig in der Vinothek sicher für die eine oder andere Leckerei sorgt, trafen sich die „Offiziellen“ dann zum Abendessen im Weinkontor in Mörzheim.


Begleitet hat Michalsky während des ganzen Tages auch der Neustadter Unternehmer Thomas Falkenstein, der das Projekt koordiniert, und IT-Manager Christian Schwab, der die technische Ausstattung der Vinothek übernimmt.


Hatte der 46-Jährige Pfalz-Neuling noch am Mittag gestanden, dass er seinen Weinkauf durchaus auch mal am Etikett orientiert, wird er nach seinem Wein-Crashkurs jetzt garantiert gucken, ob er denn auch aus der Südpfalz kommt.

Stellenausschreibung Vinothek Südliche Weinstraße – Landau GmbH